Die Liquidität nachhaltig verbessern mit Factoring

Unternehmen können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um die Liquidität zu verbessern. Dazu muss der Unternehmer im Rahmen der Finanzplanung einen Liquiditätsplan aufstellen. Der Plan zeigt an, welche Einnahmen und Ausgaben in einem bestimmten Zeitraum erwartet werden. Wenn der Liquiditätsplan eine Lücke aufzeigt, kann Factoring für einen schnellen Geldeingang sorgen. Unternehmen jeder Größe und aus fast allen Branchen können die eigenen Umsätze zur Liquiditätssteigerung nutzen.

Warum eine gute Liquidität für Unternehmen wichtig ist

Gemäß Definition bedeutet die gute Liquidität eines Unternehmens, dass die Firma zu jeder Zeit ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Die Aufgabe des Liquiditätsmanagements ist es, die Zahlungstermine genau zu überwachen und rechtzeitig die benötigten liquiden Mittel zu besorgen. Dazu bestimmen Betriebswirtschaftler drei Liquiditätsgrade:

  1. Liquidität 1. Grades (Barliquidität): Wie viel Guthaben in der Kasse und auf den Bankkonten sowie welche schnell verfügbaren Teile des Umlaufvermögens stehen welchen kurzfristigen Schulden mit einer Restlaufzeit von maximal einem Jahr gegenüber? Die Liquidität 1. Grades sollte mindestens 20 % betragen.
  2. Liquidität 2. Grades (Einzugsliquidität): Wie viel Liquidität 1. Grades plus welche kurzfristigen Forderungen und welcher Wertpapierbestand stehen zur Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten bereit? Der optimale Wert der Liquidität 2. Grades liegt bei 100 %.
  3. Liquidität 3. Grades (Warenliquidität): Hier untersucht das Liquiditätsmanagement, wie hoch das Umlaufvermögen des Unternehmens ist, mit dem die kurzfristigen Schulden bezahlt werden können. Zum Umlaufvermögen gehören neben den Bestandteilen der Liquidität 1. und 2. Grades zusätzlich die Vorräte in Form von Rohstoffen, halbfertigen und fertigen Produkten im Lager. Die Liquidität 3. Grades sollte bei einem gesunden Unternehmen bei circa 200 % liegen.

Mit Factoring können Betriebe liquide Mittel 2. Grades in Liquidität 1. Grades verwandeln. Dadurch sorgen die Unternehmen dafür, dass sie immer genug Geld auf dem Geschäftskonto haben, um den eigenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Was ist gewerbliches Factoring für Unternehmen?

 

Der Begriff Factoring stammt von der lateinischen Vokabel factura ab, die übersetzt Rechnung bedeutet. Im Geschäftsleben ist gewerbliches Factoring der Verkauf von offenen Rechnungen mit Zahlungsziel von 30 bis 90 Tagen an einen Factoringanbieter.

Um diese Form der Umsatzfinanzierung zu nutzen, schließen Verkäufer und Factor zunächst einen Factoringvertrag ab. Der Vertrag regelt die wichtigsten Einzelheiten des Forderungsverkaufs:

  • Art der angekauften Forderung
  • Höchstbetrag aller angekauften offenen Rechnungen
  • Leistungen des Factors, abhängig von der Factoringart
  • Gebühren für die Dienstleistungen des Factoringanbieters
  • Zinsen für die Vorfinanzierung
  • Höhe des Sicherungseinbehalts

Damit jedes Unternehmen die passende Umsatzfinanzierung findet, bieten die Factoringanbieter verschiedene Factoringarten an:

  • Offenes Factoring, bei dem die Debitoren von dem Forderungsverkauf informiert werden. Häufig erfolgt die Information durch einen Abtretungsvermerk auf der Rechnung.
  • Stilles Factoring: Die Debitoren erhalten keinen Hinweis auf den Verkauf der offenen Rechnung. Die Kunden überweisen zum Zahlungstermin an den Verkäufer, der das Geld an den Factor weiterleitet.
  • Echtes Factoring: Der Factor trägt das Risiko, dass die Schuldner die Rechnung nicht bezahlen. Für die Übernahme des Ausfallrisikos berechnet der Factor eine sogenannte Delkrederegebühr.
  • Unechtes Factoring kommt bei Unternehmen in Deutschland kaum vor. Der Kreditor erhält zwar eine Vorfinanzierung seiner offenen Forderungen. Er trägt aber das Risiko eines Forderungsausfalls und muss das erhaltene Geld gegebenenfalls an das Factoringunternehmen zurückzahlen.
  • Full Service Factoring für Unternehmen, die zusätzlich das Debitorenmanagement outsourcen möchten. Der Factor übernimmt sämtliche Dienstleistungen wie Finanzierung, Übernahme des Ausfallrisikos, Überwachung der Zahlungseingänge, Versand von Mahnungen und Einleitung von Inkassomaßnahmen.

 

So können Unternehmen mit Factoring die Liquidität verbessern

Wenn ein Unternehmen seine Produkte auf Rechnung verkauft und seinen Kunden ein Zahlungsziel einräumt, fehlt die Liquidität im Betrieb des Verkäufers. Um das Geld aus der offenen Rechnung schnell zu erhalten, lädt der Verkäufer die Rechnung nach Versand an den Kunden im Online-Portal des Factors hoch. Der Factoringanbieter prüft die Rechnung und überweist nach 24–48 Stunden fast die gesamte Rechnungssumme. Ein kleiner Teil wird einbehalten und erst bei Fälligkeit der Rechnung ausgezahlt. Die regelmäßigen Überweisungen sorgen für einen Zahlungsstrom auf dem Konto des Verkäufers und verbessern die Liquidität.

Für diese Unternehmen eignet sich der Forderungsverkauf

Sowohl Großbetriebe als auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können Rechnungen mit Zahlungsziel an einen Factor verkaufen. Diese Geschäftsfinanzierung steht auch Existenzgründern, Selbstständigen und Freiberuflern zur Verfügung. Da die Finanzierung über bereits getätigte Umsätze erfolgt, müssen die Kreditoren keine Sicherheiten stellen oder Bilanzen vorlegen. Dadurch unterscheidet sich Factoring von einer Bankfinanzierung.

Durch die große Zahl an Factoringanbietern können Firmen fast jeder Branche die Umsatzfinanzierung nutzen. Allerdings müssen Bauunternehmen nach einem Factor suchen, der spezielles VOB-Factoring für das Baugewerbe im Angebot hat. Betriebe, die individuelle Produkte anfertigen oder nur Rechnungen mit geringen Beträgen oder sehr langen Zahlungszielen ausstellen, sind in der Regel vom Factoring ausgeschlossen.

Fazit

Unternehmen fast jeder Branche können mit Factoring die Liquidität verbessern. Für die Umsatzfinanzierung müssen keine Sicherheiten gestellt werden. Der Factor überweist schnell das Geld. Die Kreditoren können beim Full Service Factoring auch die Debitorenbuchhaltung an den Factor auslagern. Für die Vorfinanzierung der offenen Rechnungen mit Zahlungsziel berechnet der Factoringanbiet

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