1. Hallo Dirk! Du hast mich per Email angeschrieben? Was waren deine Absichten und was liegt dir daran, alle Rostocker Blogs auf deinem Internet-Auftritt bei Rostock-Blogs.de aufzulisten?

>> Moin Alex. Meine Absichten? Nun, mit Rostocker-Blogs.de möchte ich die Rostocker Blogosphäre bekannter machen. Der gesamte Osten Deutschlands gilt für viele in vielen Bereichen noch immer als „Entwicklungsland“ und dass dem nicht so ist, wollte ich zeigen. Speziell hier in MV, wo angeblich eh alles erst 100 Jahre später passiert. Außerdem ist es interessant zu wissen, wie viele Blogs es in Rostock gibt und worüber die so schreiben. Wer bisher nach Rostock und Blog(s) suchte, der fand einen eingeschlafenen Blog und viele Beiträge zu Lichtenhagen oder dem G8-Gipfel, aber Rostock ist mehr, viel mehr und das möchte ich gern zeigen.

2. Was war der Hintergedanke der Entstehung von Rostock-Blogs.de und wie bist du dazu gekommen? Kannst du dich noch erinnern?

>> Es hat mich einfach interessiert, welche und wie viele Weblogs es in Rostock gibt. Gibt’s hier welche? Klar! Ich betreibe ja selbst einen, und dann kenn’ ich noch eine Kommilitonin, die ebenfalls einen Blog betreibt. Aber sonst? Mmh. Keine Ahnung! Also habe ich mich auf die Suche gemacht und wollte eigentlich nur einen Blogbeitrag für meinen privaten Blog BlogvonDirk.blogspot.com schreiben, aber nachdem ich so viele Blogs gefunden hatte (damals waren es schon über 40 Stück) habe ich mich spontan entschieden, das Ganze eine Nummer größer aufzuziehen. Denn es gibt eine ganze Reihe von unbekannten Perlen und einige ziemlich große und sogar bekannte Blogs aus Rostock, die ich aber bis dato auch noch nicht kannte.

3. Unter welchem Aspekt möchtest du unbedingt Rostocker Blogs ins Szene setzen und erwähnen? Was spricht dafür? Welche 3 Blogs kannst du mir empfehlen?

>> Wie bereits gesagt, gibt es eine relativ große, z. T. ziemlich unbekannte Masse an Rostocker Bloggern, die durchaus interessante Dinge zu berichten haben. Und es ist schade, dass viele Blogs nahezu ungelesen vor sich hin dümpeln und auch in den Suchmaschinen erst ganz weit hinten geführt werden. Und genau da will ich mit Rostock-Blogs.de ansetzten. Ich möchte mit Rostock-Blogs.de die Rostocker Blogger untereinander besser vernetzen, ihnen eine einfache Möglichkeit bieten sich und ihren Blog bekannter zu machen und ihnen helfen neue Leser zu gewinnen.

Drei Blogs zu empfehlen ist schwierig, da so viele Themengebiete bedient werden. Mein Tipp wäre einfach sich alle bei Rostock-Blogs.de gelisteten Blogs in Ruhe anzusehen und sich selbst ein Bild von der Vielfalt in Rostock machen, denn sie alle haben mehr Leser verdient.

Oder regelmäßig auf Rostock-Blogs.de vorbeischauen und sich die neuesten Beiträge der aktiv teilnehmenden Blogs auf der Startseite anschauen, bzw. den RSS-Feed abonnieren.

4. Hat sich in deinen Augen die Blogosphere von Rostock und des Rostocker Raumes verändert bzw. verbessert oder eben vergrössert?

>> Da ich vor diesem Projekt nur drei oder vier Rostocker Blogs kannte, kann ich hierzu keinerlei Angaben machen, aber für mich persönlich hat sich die Rostocker Blogosphäre deutlich vergrößert. Bislang habe ich über 60 aktive Blogs aus Rostock auflisten können, dazu gibt es dann noch einige, die eingeschlafen zu sein scheinen und auch den ein oder anderen, der wohl kurz davor steht, aufgegeben zu werden. Alles in Allem also eine beachtliche Menge, unter denen es nicht nur einige sehr aktive Blogger gibt, sondern auch erstaunlich viele private Blogs, die regelmäßig gute Beiträge veröffentlichen.

5. Wie stehst du eigentlich zu der deutschsprachigen Blogosphere im Grossen und Ganzen?

>> Es fehlt in der breiten Öffentlichkeit das Wissen über Blogs, Wikis, Podcasts und Web 2.0. Sicherlich, Foren und die Wikipedia kennen alle, aber selbst mitmachen? Da sind wir in Deutschland ein recht lahmer Haufen. Viele SEOs nutzen die Blogosphäre und viele unbekannte Blogs dümpeln hier vor sich hin.

Und in den klassischen Medien wird die Bedeutung von Blogs oft herunter geredet oder wie beim aktuellen „Twitter-Skandal“ um die Wahl des Bundespräsidenten, gern als irgendwie dubios und irgendwie nicht so ganz normal/alltäglich dargestellt. Dabei liegt das Problem eher bei den Nutzern der neuen Socialmedia-Möglichkeiten und dem fehlendem Wissen über das Internet, seine Techniken, Möglichkeiten und Risiken.

6. Hast du schon mal daran gedacht, ein eigenes Blog zu betreiben, wo du nur ganze allein bloggst und deine Hobbys oder Fähigkeiten mit anderen teilst? Wenn nicht, aus welchem Grund?

>> Ich habe nicht nur daran gedacht, ich betreibe auch mehrere Webprojekte, darunter mit BlogVonDirk.blogspot.com auch einen privaten Blog, für den aber momentan so ein bisschen die Zeit fehlt.

7. Wie siehst du das Thema “Geld verdienen mit Blogs”, da es mit einem gewissen Aufwand möglich ist?

>> Warum sollte man mit seiner eigenen Hände-Arbeit kein Geld verdienen (dürfen)? Ich finde Geld verdienen im Internet und damit auch mit Blogs normal. Und hier liegt, meiner Meinung nach, auch mal wieder ein Problemchen mit den Usern. Viele meinen, Internet sei alles kostenlos, aber das stimmt leider nicht. Es sind ja nicht nur Server- oder Materialkosten, sondern oftmals auch eine ganze Menge Zeit, die investiert wird und da sollte es möglich sein, mit ein bisschen Werbung oder ähnlichem seine Ausgaben zu decken, ohne dass die Internetgemeinde gleich aufschreit. Aber die Werbung sollte nicht alles zupflastern, bzw. der Hauptinhalt einer Webseite sein. Die Alternative wären Spendenmöglichkeiten via PayPal und Co, aber ob das etwas bringt, weiß ich nicht.

8. Wo siehst du dein Projekt Rostock-Blogs.de in den nächsten Jahren?

>> Das Projekt war eine spontane Idee, die geboren wurde und 4 Tage später schon online war. Von daher gibt es aktuell keinerlei konkrete Pläne oder Zielvorgaben, die umgesetzt werden müssen. Aber es gibt noch eine Reihe von Ideen, die ich gerne umsetzen würde. Mal schauen, was dann tatsächlich umgesetzt wird. Wenn jemand schlaue Ideen hat, die er gerne loswerden möchte, bitte, sehr gerne, schließlich lebt Rostock-Blogs.de als Web 2.0-Projekt von der Interaktion mit den Usern.

9. Deine ehrliche Meinung? Sind deutsche Internetnutzer blogfaul oder fehlt einfach die Aufklärung in puncto Blogging?

>> Wie schon oben beantwortet, ein klares sowohl als auch. Johannes Beus (Sistrix) meinte auf der SMX in München, dass die Anzahl der genuinen deutschen Blogs wohl nur im oberen 4-stelligen bis unteren 5-stelligen Bereich liegen würde. Ich denke, es liegt möglicherweise mit daran, dass das Wissen um mögliche Gefahren bei der deutschen Zielgruppe inzwischen vorhanden ist. Und trotzdem wissen viele nicht, was Web 2.0, was bloggen oder twittern, Facebook oder Flickr ist, aber auch bei anderen Bereichen des Web 2.0 ist Deutschland nicht führend. Social bookmarking, beispielsweise, wird nur von „wenigen“ normalen Usern genutzt. Vielleicht liegt es daran, dass bekannte Portale in diesem Bereich oftmals recht lieblos abgekupfert sind und nicht so richtig überzeugen können. Interessanter Weise werden diese deutschen Kopien, dann doch für sehr viel Geld von deutschen Firmen gekauft.

10. Du hast schon sicherlich über solche Microblogging-Dienste wie Twitter gehört und soweit ich weiss, bist du auch dort aktiv. Was hälst du davon und wie kamst du zu Twitter?

Zu Twitter kam ich über Alex Wunschel und seinem Blick über den Tellerrand, der hat seinen Twitterfeed auf seiner Webseite eingebunden und in seinem Podcast immer mal wieder davon erzählt. Irgendwie bin ich dann neugierig geworden und schließlich auch hängen geblieben. Ich finde Twitter nicht schlecht, da längst nicht jede Nachricht einen Blogeintrag rechtfertigt und man Twitter auch von unterwegs bedienen kann. Aber wie immer im Internet muss man die Risiken und Möglichkeiten von Twitter kennen. Man kann schnell zwar etwas veröffentlichen, aber Twitter vergisst nicht, auch dann nicht, wenn man es gelöscht hat und man sich kann alle jemals veröffentlichten Posts wieder ansehen und muss daher ein Auge auf das Reputations-Management haben, sonst holen einen möglicherweise irgendwann einmal veröffentlichte 140 Zeichen wieder ein.

11. Würdest du mir bei Gelegenheit wieder Rede und Antwort stehen?

>> Na klar.

Vielen Dank Dirk für dieses interessante und lesenswerte Interview. Ich wünsche dir mit deinem Projekt viel Erfolg und alles Gute!

>> Das wünsche ich dir auch. Vielen Dank für das Interview und deinen Blogpost zu meinem Projekt.

by Alexander Liebrecht via Dirk Pommerencke

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