Der Leverage Effekt – Trading mit Hebel

Klassische Geldanlagen werden bei privaten Investoren immer unbeliebter. Das liegt vor allem daran, weil durch Inflation und niedrige Zinsen ein Wertverfall des eingelegten Geldes droht. Fallen dann auch noch Strafzinsen auf Einlagen an, wird das Kapital zunehmend weniger statt mehr. Aus diesem Grund versuchen sich immer mehr Menschen an der Börse. Neben direkten Investitionen in Aktien, Kryptowährungen, Edelmetalle und ETFs sind derzeit vor allem derivative Finanzprodukte gefragt. Dies liegt vor allem daran, dass bei Derivaten ein Hebel eingesetzt werden kann. Doch was versteht man unter Traden mit Hebel eigentlich?

Der Hebeleffekt in der Wirtschaft

Bevor wir darauf eingehen, wie Hebel an der Börse genutzt werden, erklären wir ihre allgemeinwirtschaftliche Bedeutung:

Schon kleine Veränderungen einer Variablen können große Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Aus betriebswirtschaftlicher Sicher wird der Leverage Effekt vor allem für die Berechnung der Eigenkapitalrendite herangezogen. Er gibt Aufschluss über Kostenstruktur und Kapitalstruktur.

Der Hebeleffekt an der Börse

Für Anleger ist die Nutzung eines Hebels sehr attraktiv, denn sie kann zu vervielfachten Gewinnen führen. Wie das funktioniert, sehen wir uns nun im Detail an:

Hebelprodukte traden

Bei sogenannten Hebelprodukten handelt es sich um Finanzprodukte, die mit einem Hebel gehandelt werden können. Der Hebel dient der Vervielfachung der Investition. Endet der Trade in einem Gewinn, so ist auch dieser um ein Vielfaches höher als es ohne Hebel der Fall wäre. Andersherum gilt dies jedoch auch für Gewinne, weshalb Anleger über umfassendes Finanzwissen verfügen sollten, bevor sie sich an Hebelprodukte heranwagen. Doch welche Hebelprodukte gibt es überhaupt?

Welche Hebelprodukte gibt es?

Hebelprodukte zählen zu den Derivaten, auch derivative Finanzinstrumente genannt. Dabei investieren Anleger nicht direkt in einen Börsenwert. Stattdessen liegt dem Finanzinstrument lediglich ein Basiswert zugrunde. Anleger können dabei sowohl auf fallende als auch steigende Wertentwicklungen setzen. Dies ist ein weiterer Grund dafür, warum Hebelprodukte so beliebt sind:

Einerseits ermöglichen sie den Aufbau einer digitalen Einnahmequelle. Andererseits können Derivate auch in Zeiten fallender Börsenkurse hohe Gewinne abwerfen. Derivate sind äußerst spekulativ und damit nicht weniger riskant als klassische Börseninvestitionen. Dennoch sind sie krisenunabhängiger, was viele Anleger reizt. Zu den beliebtesten derivativen Hebelprodukten gehören:

  • Optionen
  • CFDs (Differenzkontrakte)
  • Zertifikate (Knock-out Zertifikate und Faktorzertifikate)
  • Aktien
  • Indizes
  • Kryptowährungen

Wie funktioniert das Traden mit Hebel?

Anleger sollten sich stets darüber bewusst sein, dass sich aus der Hebelwirkung nicht nur ein Plus an Lukrativität ergeben kann. Wer unvorsichtig investiert, dem kann mitunter sogar der Totalverlust drohen. Es ist deshalb wichtig, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dazu zählen die Beschränkung auf niedrige Hebel sowie das Einstellen einer Verlustbremse. Doch wie genau geht man nun eigentlich vor, wenn man ein Finanzprodukt mit Hebel traden möchte?

Leverage Effekt nutzen

Im Grunde handelt es sich bei einem Hebel um eine Schuldverschreibung. Anleger können sich beim Abwickeln ihrer Investition Geld vom Broker leihen. Dadurch können sie ihr Investitionsvolumen erhöhen und größere Positionen traden. Weil es sich dabei um einen Kredit handelt, bei dem der Broker Geld vorstreckt, müssen Anleger eine Sicherheitsleistung einlegen. Diese Sicherheitsleistung nennt man Margin.

Der Hebel dient dazu, das eingesetzte Kapital zu multiplizieren. Werden stärkere Kontraktgrößen gehandelt, führt dies in der Folge auch zu einer Multiplizierung der Gewinne und Verluste. Gerade Anfänger sollten größte Vorsicht walten lassen und sich langsam an Hebelprodukte heranwagen – idealerweise durch die Nutzung eines Demokontos, bei dem kein echtes Geld investiert wird, aber dennoch realistische Voraussetzungen herrschen.

Zum Einstieg in die Welt der Hebelprodukte bieten sich CFDs an. Der Begriff CFD leitet sich vom englischen „Contract of Difference“, zu Deutsch Differenzkontrakt, ab. Diese sind weniger komplex als Zertifikate und der Handel mit Optionsscheinen.

Diese Hebel-Limits gelten für private Trader

Weil hohe Hebel ein massives Verlustrisiko beinhalten können, hat die BaFin beschlossen, privaten Anlegern in der EU Limits vorzuschreiben. Bei CFDs kann deshalb nur ein maximaler Hebel von 1:30 genutzt werden. Bei Indizes (1:20) und Aktien (1:5) sind die Limits sogar noch niedriger. Anleger, die mit Hebel in Kryptowährungen investieren möchten, können nur einen Hebel von 1:2 wählen. Erfahrene Trader, die gerne höhere Hebel nutzen möchten, haben jedoch die Möglichkeit, sich bei einem Online Broker außerhalb der EU zu registrieren.

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