Online-Marketing: Die gebräuchlichsten Werbeformen im Internet

Unter Online-Marketing werden alle Methoden zusammengefasst, die darauf abzielen, Besucher auf eine Webseite zu lenken, auf der Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden, die idealerweise sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt erstanden werden. Im Vergleich zu üblicher Werbung oder Promotion kann das Online-Marketing auf diverse Werkzeuge zurückgreifen, die den Werbeerfolg nachverfolgen und bis ins Detail messen können. Darüber hinaus erlauben sogenannte Cookies, Angebote wiederholt zielgerichtet zu präsentieren und so einen Kaufanreiz zu intensivieren. Dies wird vor allem ersichtlich, wenn man durch das Internet surft und verschiedene Seiten aufruft, die Werbung des gleichen Anbieters eingebunden haben. Man wird förmlich verfolgt von einem Artikel, den man sich einmal näher angesehen hatte, und der nun scheinbar zu einem festen Bestandteil eines Werbebanners mutiert ist.

Onlinemarketing

Banner sind die wohl häufigste Form, mit denen auf Webseiten oder spezielle Angebote verwiesen wird – und sie sind nahezu auf jeder Webseite untergebracht. Der Hintergrund dafür ist im Afilliate-Marketing zu suchen, das den Sponsoren (Werbetreibenden) erlaubt, ihre Angebote auf vielen Vertriebskanälen zu präsentieren. Hierfür kauft oder mietet er auf unterschiedlichen Webseiten, die idealerweise thematisch zu seiner Produktpalette passende Werbeplätze, auf denen er seine Banner platziert. Der Betreiber der jeweiligen Website erhält entsprechende Vergütungen, sei es für eine Weiterleitung oder einen Kauf, der anteilig als Provision beglichen wird.

Ähnlich funktioniert Google-AdSense, ein bekanntes Programm, das die Einbindung von Bannern oder Links ermöglicht. Ein Webmaster stellt Plätze auf seiner Webseite zur Verfügung, Google übernimmt die Vermittlung von Sponsoren und die kaufmännische Abwicklung.

eMail-Marketing

Weiter ist das eMail-Marketing sehr gebräuchlich. Dies setzt allerdings das Einverständnis des Postfachinhabers voraus, Werbemails zugesendet zu bekommen. Gesetzlich zulässig ist hierbei nur das „Double-Opt-in“-Verfahren, bei dem zuvor mittels der Empfänger mit einer Bestätigungsmail angeschrieben werden muss, um definitiv eine Zustimmung abzugeben. Dies dürfte bekannt sein, falls man z.B. bereits einmal einen Newsletter abonniert hat. Newsletter sind fester Bestandteil des Direkt-Marketings, meist werden Sie personalisiert und zielen vor allem darauf ab, ein Unternehmen in Erinnerung zu behalten oder auf besonders günstige Angebote aufmerksam zu machen. Ohne sein Einverständnis sollte man niemanden mit Werbeinhalten anschreiben, da mitunter deftige Strafen wegen des Versandes von „Spam“ drohen.

Direkt-Marketing mittels eMails unterliegt eigenen Gesetzmäßigkeiten. Zuallererst geht es darum, dass die Mail geöffnet wird. Jeder, der ein überfülltes Postfach aufzuräumen hat, möchte diese unliebsame Tätigkeit so schnell wie möglich erledigen. Die Entscheidung, eine eMail zu öffnen oder nicht, wird in wenigen Sekunden getroffen, weshalb der Betreff einer Mail besonders sorgsam gewählt werden sollte. Es geht darum, in der denkbar knappsten Form auf den Inhalt zu verweisen und zugleich den Nutzen für den Empfänger herauszustellen. Auch der Inhalt der Mail muss die Gewohnheiten eines möglicherweise gestressten Empfängers berücksichtigen, der den Text zunächst nur nach einem bekannten Schema der Augenbewegungen überfliegt. In diese Bewegungslinie sind die entscheidenden Informationen zu verankern. Ein fehlerfreier Text und die stichpunktartige Herausstellung der Vorzüge des Angebotes tun ihr Übriges, um die Werbebotschaft der bewussten Wahrnehmung des Lesers zugänglich zu machen.

Suchmaschinenmarketing & Suchmaschinenoptimierung

Einen anderen Weg beschreitet das Suchmaschinenmarketing (SEM). Hier wird unterschieden zwischen der Verwendung bezahlter Anzeigen, die bei Suchmaschinen unter Berücksichtigung des thematischen Zusammenhanges eingeblendet werden (SEA) und der Suchmaschinenoptimierung (SEO), die darauf abzielt, bei Suchanfragen eine gut sichtbare Präsenz in den Auflistungen der Suchergebnisse zu erreichen. Die Begriffe entstammen dem Englischen, SE = Search Engine, M = Marketing, A = Advertising, O = Optimization. Suchmaschinenmarketing wendet sich indirekt an potentielle Kunden, man geht nicht aktiv auf diese zu, sondern lässt sich vielmehr finden. SEA gilt als kostenintensiv, denn Suchmaschinen verlangen für Einblendungen nicht wenig Geld (Google-AdWords), SEO gilt als arbeitsintensiv, da für die Optimierung einer Webseite komplexe Anforderungen zu erfüllen sind. SEO amortisiert sich erst nach mehreren Monaten, nachdem man eine Platzierung auf einer der beiden ersten Ergebnisseiten erreicht hat. Eine Präsenz auf der ersten Seite ist natürlich sehr einträglich, da sie den überwiegenden Teil der Suchanfragen abfängt, die je nach Suchbegriff mehrere Hunderttausend pro Tag erreichen können. Im Endeffekt ist SEO – vorausgesetzt es wird fachgerecht durchgeführt – lohnenswerter als SEA.

Marketing-Konzept

Neue Formen des Online-Marketings

Neuere Formen des Online-Marketings wurden parallel zur technischen Entwicklung von elektronischen Geräten entwickelt. Hier sind vor allem das Video-Advertising und das Social-Media-Marketing zu nennen. Videowerbung ist mit Fernsehspots vergleichbar, dient aber weniger dem direkten Warenabsatz als mehr dem Imageaufbau von Produkten und Unternehmen. Nachteile der Videowerbung sind darin zu sehen, dass nicht alle Endgeräte über die notwendig hohen Rechenleistungen verfügen, um die Werbespots störungsfrei wiederzugeben und diese mitunter als aufdringlich laut empfunden werden. Ähnlichen Einschränkungen unterliegen internetfähige Handys, bei denen das Display für komplexe Darstellungen schlichtweg zu klein ist.

Das Social-Media-Marketing wurde mit der Einführung von medialen Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube hoffähig, richtet seinen Schwerpunkt aber ebenfalls auf imagefördernde Aktionen aus. Es wird hauptsächlich auf die Verbreitung der Werbeinhalte von Nutzer zu Nutzer spekuliert, wobei das Branding (in etwa: Aufbau eines Markenbewusstseins) im Vordergrund steht. Als Direkt-Marketingmethode muss sich das Social-Media-Marketing hingegen erst noch als tauglich erweisen. Es stehen zwar verschiedene „Apps“ zur Verfügung, die z.B. anzeigen, welche Sonderangebote aktuell in der Nähe des eigenen Standortes angeboten werden, ob damit aber nachhaltige Erfolge bezüglich Kundenbindung oder Gewinnsteigerungen erzielt werden können, bleibt fraglich. Nach Auffassung des Autors spricht dem eine gewisse Oberflächlichkeit im Umgang mit diesen Medien – Twitter z.B. beschränkt Mitteilungen auf 140 Zeichen – entgegen.

Hinweis: Natürlich existieren noch viele weitere Werbeformen im Internet, auf diese in diesem Artikel jedoch bewusst nicht eingegangen wurde.

Ein Gastartikel von Frank Gruler

Bildquellen by Bildagentur Zoonar GmbH  und by Brian A Jackson  via Shutterstock.com

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14 Comments
  1. Ich finde virales Marketing wirklich spannend. Mit der richtigen Idee kann man irre Reichweiten aufbauen und seinen Brand nachhaltig stärken. Besonders durch kurze Videos lässt sich eine gute Durchschlagskraft auf dem Markt erzielen. Jedoch sollten man jeden seiner Schritte gut planen. Denn wenn ein Video von der Zielgruppe missverstanden oder falsch interpretiert wird, kann es eine Brand auch im Handumdrehen zerstören.

    1. Ich halte e-mail Marketing für sehr wichtig wenn man online geld verdienen will aber es ist sehr schwierig an newsletter Abonnenten zu gewinnen wenn man ihnen kein kostenloses angebot zum download anbieten kann finde ich

  2. Zum Video-Advertising kann ich deiner Meinung zustimmen, das läuft größtenteils noch nicht so ganz rund. Das Werbeblöcke lauter gesendet werden als das “normale Programm” kennt man ja bereits vom Fernsehen. Im Internet ist der Unterschied aber teilweise sehr extrem, einfach weil alle Videos unterschiedliche Leutstärken verwenden. Dazu kommt, dass ein Werbeblock auf einmal mit einer ganz anderen Auflösung eingeblendet wird, für die die Bandbreite mancher Verbindung garnicht ausreicht. Dann bekommt man als User nur lautes Gestocke mit und wenn man dann doch ein Logo im Spot erkennt, verflucht man den Werbetreibenden eher. Das zeigen ja auch beispielsweise viele Kommentare auf Youtube 🙂

  3. Mit dem viralen Marketing habe ich selbst kaum Erfahrungen und setze auch keine Videos ein, sondern erstelle nur Unique-Content auf meinen Blogs. Das reicht für mich auch schon aus, aber interessant ist es schon.

  4. Also was ich immernoch krass finde in Sachen Marketing ist E-Mailmarketing, habe das früher nie beachtet, weil ich selber selten Newsletter oder ähnliches lese. Aber als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, habe ich schnell bemerkt, wie schnell und einfach man da viele Leute erreichen kann…einfach mal versuchen, der Erfolg wird mir hoffentlich rechtgeben 🙂

  5. Habe von Erfolgen mit E-Mailmarketing auch schon öfters gelesen. Werde dies auf jeden Fall mal bei einem Projekt ausprobieren, wenn ich die Zeit finde, die ganzen Richtlinien zum Versand von Mails durchzulesen. Guter Artikel, Gruß Markus

    1. Den Versand von E-Mail sehe ich immer sehr kritisch. Selbst wenn man als online Shop Betreiber nur einen Link zur Bewertung des Einkaufs an den Kunden schickt, kann das schon als “verdeckte” Werbung gelten. Es geht ja nur darum den getätigten Kauf zu bewerten, unsere Gerichte könnten das anders sehen!

  6. E-Mailmarketing habe ich auch schon mal drüber nachgedacht – aber wie kommt man eine ordentlich Anzahl von Mitglieder, bzw. wie lange Dauer es bis man den Newsletter so auf gebaut hat – das es sich lohnt!?

  7. Hallo,

    vielen Dank für die klasse Übersicht.
    Hatte bereits mit dem Gedanken gespielt bezüglich SEM aber ich informiere mich erstmal noch über andere Methoden, danke.

    Liebe Grüße

    Anja

  8. Moin Alexander,

    prinzipielle eine gute Übersicht der Werbeformen. Das einzige was ich noch ergänzen würde, ist die Tatsache das sich Fernsehwerbung im Vergleich zu Videowerbung im Internet grundsätzlich unterscheidet. Zwar können sie den gleichen Inhalt haben, ABER Werbeclips im Netz sind KEINE Cross-Media Werbung, sondern bewerben das gleiche Medium wie ihr Ziel selbst. Soll heißen: Fernsehwerbung kannst du nicht anklicken um in einen Shop zu kommen – YouTube Werbung schon. Außerdem bist du im Internet nicht auf Sendezeiten festgelegt und kannst diese Anzeigen sogar tracken und messen. Ich würde da also schon stark unterscheiden, auch wenn beides Bewegtbild ist.

    VG aus Hamburg.

  9. Ein sehr guter Bericht über Online-Marketing. Alles davon hat natürlich seine Berechtigung, auch wenn es einige Branchen gibt, für die sind manche Methoden sinnvoller als andere.
    Email-Marketing lohnt sich für mich so gut wie gar nicht, SEO und Social Media Marketing dagegen umso mehr.
    LG

  10. Danke für die vorgestellten Online-Werbeformate, deine Informationen sind für mich als Einsteiger sehr hilfreich gewesen.

  11. Eine gute Übersicht über Marketing-Methoden im Internet. Ich finde digitale Methoden überwiegen den analogen, aber es kommt natürlich auch auf die Zielgruppe an. Was du nur am Rande erwähnt hast, ist die Entwicklung des Retargeting. Das ist wirklich sehr stark im kommen durch Public Audience oder so ähnlich. Ich habe den genauen Namen der Firma vergessen. Jedenfalls ein sehr spannendes Thema.

    Grüße aus dem Norden,

    Sebastian

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