Es gab mal in diesem Blog vor langer Zeit eine Artikelserie über Twitter-Clients, welche das Arbeiten mit Twitter erleichtern. Mit diesem Blogpost möchte ich dieses Thema erneut anschneiden, jedoch beziehe ich mich dieses Mal auf mobiles Zwitschern mit 5 verschiedenen iPhone-Apps. Diese kostenlose Apps hatte ich mir in den letzten Stunden etwas näher angesehen. Bevor ich beginne, möchte ich sagen, dass das Twittern über das iPhone doch schon müde macht, da man sich viel mehr konzentrieren muss als wenn man Tweets mittels einer PC-Tastatur erstellen würde. Ich bediente mich beim mobilen Zwitschern eines iPhone-Bedienstiftes. Nun kommen wir doch zum Wesentlichen und ich fange mit Tweetdeck an. Alle Screenshots zum visuellen Nachempfinden findet ihr in der unteren Bildergalerie.

I. TweetDeck

Tweetdeck ist so gut wie jedem Twitterer bekannt und bei vielen dürfte sich diese Twitter-Anwendung auf der Wahlliste ganz oben befinden. Die mobile TweetDeck-Version bietet mindestens so viele Einstellungen und Details wie die des Desktops. Die eigentliche Bedienung ist vollkommen intuitiv und für einen iPhone-Nutzer rasch zu erlernen. In der App lassen sich Spalten nach Belieben hinzufügen, nach links oder rechts verschieben, neue Tweets werden mittels eines roten Symbols inkl. der Tweet-Anzahl in der App angezeigt. In den Settings werden Accounts für Twitter, TweetDeck, Facebook, Bit.ly sowie eigene Einstellungen gemanagt. In den App-Optionen fällt die Theme-Wahl zwischen Dark oder Light. Es können eine Auto-Korrektur und “ReTweets im neuen Stil” aktiviert werden.

Die TweetDeck-App unterstützt solche Fotoservices wie Twitpic, Yfrog und TweetPhoto. Der Sound kann ebenso ein/ausgeschaltet werden. Hier findet man auch die Option für die Anzeige von echten Namen eines Twitterers und und und. Für GPS-Begeisterte bzw. echte mobile Twitterer wird auch GEO-Tagging ermöglicht. Die Einstellungen für GPS-Position kann von 0-3000 m genau bestimmt werden. Das sollte man mal bei Gelegenheit in der Natur oder dem Stadtdschungel genauer testen. Mein zweiter Kandidat ist Seesmic Desktop.

II. Seesmic-App

Seesmic hat sich in der Twittersphere genau so wie TweetDeck einen guten Namen gemacht und bietet eine grosse mobile Funktionsvielfalt. Seesmic ist nicht nur ein bekannter Twitter-Desktop Client, brachte zu dem Apps für iPhone, Android, BlackBerry und Windows Phone 7 heraus. Somit dürfte eine breite Gemeinde der Smartphone-Besitzer abgedeckt sein. Was bietet uns diese iPhone-App?

Es werden Profile zu Twitter, Facebook und Ping.fm supportet. In den Twitter-Optionen kann man eine Twitter-Suche starten, Twitter-Trends einsehen und Twitter-Listen anzeigen lassen. In den Seesmic-App-Tweets wird in der Gratis-Version leider Werbung angezeigt, wobei man sie gegen einen App-Kauf für den Preis von 5,50 CHF(4,26 Euro) abschalten kann. Das Werbebanner dürfte einen Twitterianer nicht weiter stören. Die Anzahl der geladenen Tweets beträgt je nach Einstellung zwischen 20 und 200. Es kann zwischen dem User-Nick und dem kompletten Namen gewechselt werden. Auch die Schriftgrösse wird eingestellt und zwar ab 12 Px aufwärts. Bei 18 Px wäre dann mal Schluss. Es gibt eine Bildvorschau!

In den Tweets können Nutzer eine Ortsangabe machen und bei den Fotodiensten haben wir hier um einiges mehr als bei TweetDeck. Es sind solche Services wie MobyPicture, Posterous, Plixi, Twitgo, TwitPic und yFrog vertreten. Bei den eingebundenen Fotos wird mit der Einstellung für niedrig, mittel und fein die Foto-Qualität geregelt. Bzgl. der ReTweets kann zwischen den Kürzeln wie “RT” oder “via” gewählt werden. Die Anzeige des Twitter-Clients wird ermöglicht und solche externe Dienste wie Bit.ly, Instapaper, ReaditLater fanden einen Einzug in die Seesmic-App.

Sehr praktisch finde ich, dass man Fotos entweder rasch erzeugen oder aus der iPhone-Fotogalerie laden kann. Tweets lassen sich ohne Weiteres retweeten auch mit einem Kommentar versehen + retweeten, per eMail teilen sowie an Evernote versenden. Sobald man auf das Logo eines anderen Twitterers klickt, öffnet sich die Profilansicht und man bekommt eine Reihe nützlicher Infos eingeblendet. Allesamt Details sind meiner Ansicht nach übersichtlich platziert. So viel zu Seesmic-App. Der Dritte im Bunde heisst Twittelator.

III. Twittelator

Auf der englischsprachigen Anbieter-Webseite findet man zahlreiche Infos zu dieser App und kann sie dort auch kostenlos downloaden. Twittelator ist in verschiedenen Sprachen wie auch Englisch, Französisch und Deutsch zu haben. Diese App bietet um Einiges mehr als Tweetdeck oder Seesmic, da ich  mitunter mir bisher unbekannte externe Dienste entdecken konnte. Neben dem Twitter-Universum kann der User auch Facebook anpeilen und FB-Updates auf dem iPhone erhalten. Ich komme gleich zu den App-Optionen, welche eine wahre Funktionsvielfalt offenbaren und zwar medien-bezogen gesehen, schluckt diese App so ziemlich alle Services.

Foto-Dienste: Moby, Pikchur, TwitPic, yFrog, TwitGo, Posterous, Plixi, WordPress, Twitlens

Audio-Dienste: Moby und Posterous

Video-Dienste: yFrog, Moby, TwitVid, Posterous, Pikchur

URL-Shortener sind folgende dabei: bit.ly bzw j.mp, piurl(noch nie gehört), href.in(auch nie gehört), is.gd, ?.ws und eigene. Sobald man sich für einen der Link-Shortener entschieden hat, werden Login-Daten vonnöten. Zum Abspeichern von Links sind solche Anbieter wie Instapaper, ReaditLater und OmniFokus mit im Team. Weblinks können bequem im Safari-Browser geöffnet werden. Zum Eingeben eines Tweets stehen dem Nutzer allerhand Werkzeuge direkt auf dem iPhone-Display zur Verfügung. Langwieriges Hinundher-Klicken entfällt und es können beim Twittern sofort Bilder erstellt, aus dem iPhone-Fotoarchiv geladen oder Audio-Files aufgenommen werden.

Twittelator unterstützt Geomapping und erfreut somit alle Outdoor-Fans. Durch das Vorhandensein unzähliger Symbole, Smileys, Pfeile, Zeichen und Schriftzeichen kann man durch die mit Twittelator erstellten Tweets Gefühle und Stimmungslagen ausdrücken. Hinweise und Andeutungen können visuell besser ausgedrückt werden. Im Online-Twitterinterface muss man dafür ja stets die Zeichentabelle oder diverse Tastenkürzel verwenden.

Die Twitter-Timeline in der App ist mit zahlreichen Anzeigen und Möglichkeiten bestückt. Wenn man das Profil eines Twitterers aufruft, lässt sich erkennen, ob dieser einem folgt. Auch der angegebene Standort kann via Map aufgerufen werden. Durch den Kauf der Pro-Version von Twittelator können weitere Dienste wie FollowCost, Favstar.fm und Tweeteorites in Anspruch genommen werden. Gehen wir doch mal zum vierten Kandidat über und dieser nennt sich Twitterrific.

IV. Twitterrific

In dieser App trifft der Webuser auf ein weiteres Instrument, um die Twittersphere mit eigenen Updates zu bereichern. Übrigens konnte ich im Vorfeld die App-Einstellungen nicht ausfindig machen. Diese befinden sich nämlich nicht direkt in der App, sondern über das Icon “Einstellungen” auf dem iPhone-Display zu erreichen. Zu den Optionen: Die Textgrösse kann zwischen klein, normal und gross eingestellt werden. Dunkle Theme-Farbe wird de/aktiviert. Der Benachrichtigungssound über neue Tweets kann beim Stören abgeschaltet werden. Globale Twitter-Trends lassen sich abrufen und die Anzeige für echte Namen der Twitter-Friends kann zugeschaltet werden.

Media-Upload in Twitterrific erfolgt wahlweise über Services wie yFrog, TwitPic/TwitVid, Posterous, TwitGoo & TwitVid, img.ly & TwitVid, Mobypicture und CloudApp. Es stehen zwei Linkshortener wie bit.ly und CloudApp zur Verfügung. Mit dem Dienst Instapaper könnt ihr eigene Bookmarks anlegen. Einige andere Funktionen befinden sich im Bereich “Advanced”.

In der Timeline dieser Twitter-App hat man weitere Optionen zum erfolgreichen Agieren. Es können Replys, Profilinfos zu einem bestimmten Twitterer eingesehen werden. Englishsprachige Tweets können ins Deutsche übersetzt werden. Tweets werden mit ein paar Klicks per eMail versandt oder zu den Favoriten hinzugefügt. Alles andere bezieht sich auf die typischen Twitter-Eigenschaften einer jeden iPhone-App. Der Fünfte im Bunde bekam den Namen TwitBird.

V. TwitBird

Es gibt 3 verschiedene Versionen dieser App, wobei ich eine kostenlose nutze. Dabei sind 2 Accounts möglich und in der teuersten Version für 2,32 Euro sind bis zu 16 Twitter-Accounts verwaltbar. Übertreiben wollen wir ja nicht und ich widmete mich einer Gratis-Version von TwitBird. Links neben mir liegt das iPhone und leider muss ich ständig das Display antippen, um diverse App-Infos zu entnehmen. In den Grundeinstellungen von TwitBird wird die Anzahl der zu ladenden Tweets von mindestens 25 auf maximal 200 geregelt. Auto-Refresh-Funktion sowie Sound/Vibration können de/aktiviert werden. Man kann die Tweets als gelesen markieren. Es gibt Einstellungen für Twitter-Proxi. Eine sprachliche Vielfalt trifft hier auf einen App-User und was das Visuelle anbelangt, so wählt man zwischen 4 unterschiedlichen Themes. Die Schriftgrösse berieselt mit einem breiten Spektrum von 10 – 21 Pixel. Links können gespeichert, in Instapaper, ReaditLater, Delicious oder Google Mobilizer als Bookmark abgelegt werden.

Folgende Accounts werden in TwitBird integriert: Facebook, ReaditLater, Instapaper, Delicious und Flickr. Das Uploaden der Bilder wird angeboten durch die Servicepalette bestehend aus: Plixi(wird empfohlen), TwitPic, Img.ly, yFrog, MobyPicture, Posterous, Twipl, Flickr sowie Facebook. Wenn das keine Auswahl ist ;-). Bei URL-Shortenern sieht es im Vergleich dazu viel magerer aus, weil man lediglich Bit.ly und j.mp verwenden kann. Wenn man Bilder uploaden möchte, so besteht eine Möglichkeit der Kompression, welche durch einen Schieberegler wahrgenommen werden kann.

Beim Erstellen eines Tweets ist TwitBird ein wahrer Meister, unterstützt alle möglichen Operationen, welche man nicht mal in TweetDeck finden kann. Im Handumdrehen fügt man gerade aufgenommenen Bilder mit der iPhone-Cam in einen Tweet. Smileys, Zeichen, Symbole und GEO-Tags sind ebenfalls kein Problem. Tweets können übersetzt werden und falls man eine App namens Text Expander im Besitz hat(5.50 CHF), so greift TwitBird auf deren Funktionen zu. Mit einem Text Expander lassen sich Symbole, Textschnippsel erstellen und in die Tweets einbinden. Ein x-beliebiges Musik-File aus dem iPod-Archiv im iPhone lässt sich in einen Tweet verwandeln und der Welt mitteilen, was man gerade hört. Das konnte ich erfolgreich testen.

Nun komme ich zum Schluss und weitere Apps, welche ich mir auf das iPhone geladen habe, heissen Tweeterena 2, TweetTime und Tweet. Auch damit lässt sich wunderbar zwitschern. Gerne würde ich von euch wissen, wie es um euer Twitter-App-Arsenal steht? Meine Neugier über weitere Artikel zu diesem Thema bewegte mich Richtung Google Search und folgendes kam dabei heraus.

Stereopoly.de stellte drei Twitter-Apps im Vergleich gegenüber

Apfelnet.de mit einer XXL-Ausgabe inkl. eines Videos zu 17 verschiedenen Twitter-Apps für euer iPhone (das muss verlinkt werden 😉 )

Niklasoebermeier.de äussert sich zu TweetDeck

  • Welche Twitter-Apps sind auf euren Smartphones installiert?(nicht nur iPhoner sind gefragt)
  • Twittert ihr im Webinterface, mit einem Desktop-Client oder vom Smartphone aus?
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by Alexander Liebrecht

Hinterlasse einen Kommentar, wenn du magst!

COMMENTS (4)

  • Tommy

    Ich bin auch ein Viel-Twitterer, deshalb bin ich ein Fan von Twitter-Apps.
    Ich habe bis jetzt das TweetDeck genutzt und bin auch eigentlich ganz zufrieden damit. Ich werde mich in nächster Zeit aber mal trauen und etwas innovativer werden. Ab und an kann man ja mal umsteigen 😉
    Was würdest du mir empfehlen?
    Tommy

  • Alexander

    Hi Tommy,
    ich bin mobil so gut wie nie am Zwitschern und tippe dennoch darauf, dass sowohl Tweetdeck als auch Seesmic Desktop das mobile Twittern dominieren. Es gibt natürlich auch noch Dutzend anderer Twitter-Apps, was du bereits nach der kurzen Eingabe des Begriffs “Twitter” im iTunes-AppStore sehen kannst.

  • Frank

    Die Aufzählung der Twitterapps ist gut gelungen. Ich bin kein Dauer-Twitterer, tue dies aber ab und zu. Ich stand auch schon vor der Frage welche App sich am Besten dazu eignet. Es gibt wirklich unzählige Apps, die diesen Service anbieten. Die Kunst ist es die rauszusuchen, die den Bedürfnissen am ehesten entsprechen.
    Ich bin ziemlich zufrieden mit TweetDeck. Hätte aber auch keine Probleme damit eine andere App zu nutzten. Im Grunde funktionieren sie ähnlich.

  • Ellen

    Ich habe TweetDeck installiert, aber ich bin sicher ob es das beste ist oder nicht, für mich passt es. Ich hatte noch nie das Gefühl etwas nicht erledigen zu können. Aber ich kann mir doch vorstellen, dass manche, die öfter tweeten, die andere spezielle Features der anderen Clienten ganz notwendig finden und brauchen was anderes. Warum ich jedoch TweetDeck benutze? Ich glaube es war das erste auf der Sucheliste:)

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