Das ist ein Gastartikel!

Eine Vielzahl deutscher Unternehmen misst dem Bereich Social Media Monitoring nach wie vor wenig Relevanz bei. Oftmals heißt es: „andere Projekte haben derzeit bei uns Priorität“, „wir sind im Social Web kaum aktiv“ oder „wir haben dafür keine Kapazitäten“. Nichtsdestotrotz, die Menschen sprechen dennoch über Unternehmen, Marken und Produkte. Ignoriert man diesen Fakt, so laufen diese Unternehmen Gefahr, nicht nur von potentiellen Brandherden erst nach deren Verbreitung zu erfahren, sondern ebenso branchenrelevante Trends zu verpassen.

Zeit zu handeln

Wettbewerbsvorteile durch Social Media Monitoring lassen sich heute nur noch in wenigen Branchen sichern. Eher heißt es, den Anschluss nicht zu verlieren. Entschließt sich ein Unternehmen, die Gespräche im Social Web kontinuierlich zu beobachten, so gilt es einige Punkte zu berücksichtigen. Denn das Monitoring ist heute deutlich facettenreicher als noch vor einigen Jahren. Häufig starten Unternehmen mit der Beobachtung relevanter Konversationen rund um die eigene Markenwelt. Das macht auch Sinn. Empfehlenswerter ist es jedoch, von Beginn an eine gut durchdachte Strategie zu verfolgen, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Erarbeitung der Strategie

1)    An erster Stelle sollte stets die Zieldefinition stehen. Was soll mit Monitoring erreicht werden? Sollen lediglich die Konversationen zu verschiedenen Produkten verfolgt werden? Geht es um die Gewinnung von Inhalten für den eigenen Social Media Auftritt? Sollen Trends der Branche erkannt werden? Hier müssen klare Festlegungen getroffen werden, um darauf aufbauend eine intelligente Herangehensweise zu wählen.

2)    Dementsprechend gilt es nun, die passenden Suchbegriffe zu bestimmen. Welche Marken sollen beobachtet werden? Gibt es relevante Wettbewerber, die Gegenstand des Monitorings sein sollen? Sollen die Gespräche zu bestimmten Themen gemonitort werden? Die Definition dieser Begriffe kann natürlich im Zeitverlauf angepasst und optimiert werden.

3)    Das Social Web ist mehr als Twitter und Facebook. Um wirklich sämtliche relevanten Konversationen verfolgen zu können, muss sich ein Unternehmen klarmachen, welche Plattformen überwacht werden sollen: Blogs, Foren, Frage/Antwort-Portale, soziale Netzwerke, Verbraucherportale, Video/Bilder-Plattformen,  Online-News, Printmedien, eigene Social Media Profile.

4)    Anschließend muss geklärt werden, wer im Unternehmen, welche Ergebnisse, in welcher Form, wann zur Verfügung gestellt bekommen sollte. Einerseits geht es also um einen sinnvollen internen Workflow. Andererseits gilt es die Entscheidung für die Nutzung eines Social Media Monitoring Tools und/oder individueller Analysen zu treffen.

Wer ist der richtige Monitoring-Anbieter?

Generell werden im Dschungel der Social Media Monitoring Anbieter drei verschiedene Arten von Lösungen unterschieden. Zunächst existieren unzählige kostenlose Dienste, wie Google Alerts, Topsy oder boardreader, mit welchen ein Unternehmen einen ersten Überblick über die Gespräche im Social Web erhält. Um jedoch wirklich effizient und professionell mit den Daten arbeiten zu können, kommt man um eine kostenpflichtige Lösung nicht herum. Einerseits gibt es hier Tool-Anbieter, welche Beiträge automatisiert suchen, aufbereiten und der Nutzer sich seine Analysen selbst erstellt.  Andererseits sorgen Full-Service-Dienstleister, wie Webbosaurus für eine bessere Datendichte, sowie eine höhere Datenqualität, da die Ergebnisse durch Analysten entsprechend den Kundenbedürfnissen aufbereitet werden.

Die Vielfältigkeit der Lösungen zieht dabei jedoch eine schwere Vergleichbarkeit der Preise mit sich. Deshalb sollten Unternehmen vorab verschiedene Lösungen testen und Angebote einholen, um ein realistischen Budget zu definieren. Eine gute Übersicht der verschiedenen Social Media Monitoring Lösungen findet sich unter somemo.at oder bei gumpelmaier.net.

Autorenportrait:
jan-bartels
Jan Bartels ist Gründer und Geschäftsführer der Webbosaurus GmbH, einer Berliner Agentur für Full-Service Social Media Monitoring und individuelle Analysen.

Hinterlasse einen Kommentar, wenn du magst!

COMMENTS (5)

  • av100

    Ein sehr informativer Artikel.
    @Alex
    Deine Gastartikel sind immer sehr lesenswert.

    Zur Frage “Wer ist der richtige Monitoring-Anbieter?” habe ich auch noch einen ganz interessanten Anbieter auf dem Schirm.

    Die Firma Echobot Media Technologies GmbH .
    Da hatte ich in meinem Seo Blog mal berichtet
    Siehe Beitrag : http://perfect-seo.de/woolworth-bei-echobot-medienbeobachtung.php

    Die Firma Echobot schickt ihren eigenen Bot durchs Netz und immer wenn ein von Kunden vorgegebenes Stichwort fällt. z.b der Name der Firma dann bekommt der Kunde ein Signal.(grob geschildert)
    Das ist echt klasse denn so weiß man immer wo und auch in welcher Art über einen im Netz geredet wird.

    Ab welcher Firmengröße mag Social Media Monitoring in Betracht kommen?
    Der Einzelkämpfer zu Hause der einen online Shop betreibt wird sich wohl eher mit den kostenlosen Alerts beschäftigen.

    Den etwas größeren Firmen muss man sicherlich erst mal den Nutzen klarmachen.

    Da wird es wohl noch öfters heißen:

    „andere Projekte haben derzeit bei uns Priorität“, „wir sind im Social Web kaum aktiv“ oder „wir haben dafür keine Kapazitäten“.

    Grüße
    Lothar

  • Anonym

    Hallo Zusammen,

    ich freue mich auf den Gastartikel von Alexander gestoßen zu sein. Ich bin seit kurzem auf das Thema Social Media Monitoring aufmerksam geworden, da wir versuchen über Social Media Signale und Trends unseren Algorithmus für eine Tradingplattform zu füttern. Ich habe mir die drei erwähnten Tools angesehen und muss sagen, dass ich insbesondere vom Funktionsumfang und der Usability von boardreader überzeugt bin. Was die Datenqualität angeht ist aber leider der Marktbeherrscher Google am besten … Kennt ihr noch weitere Anbieter?

  • Peter

    Toller Beitrag. Da ich mich auch gerade an dieses Thema wage, bin ich auch auf der Suche nach guten Monitoring-Anbietern. Ich hatte zeitweise mit Echobot geliebäugelt und bereits radian 6 im einsatz. Nicht zu verachten ist auch die gesamte Monitoring-Suite von moz.com. Mal sehen, für was ich mich letztendlich entscheide.

  • Alexander

    @Lothar,
    vielen Dank und freut mich, dass die Gastartikel hier im Blog einen Mehrwert haben und für den Leser interessant sind.

    Ich denke auch, dass viele grössere Firmen mit Social Media noch nichts am Hut haben. Aber es werden wahrscheinlich immer mehr, die dann darauf setzen.

    @Anonym,
    super und ich habe gestern Google Alerts aktiviert und erhalte nun Benachrichtigungen, wenn über mich irgendwo geredet wird.

    @Peter,
    Radian 6 sagt mir erstmals nichts, aber da draussen gibt es sicherlich viele verschiedene Tools für das Social Media Monitoring. Ich habe nun Google Alerts auf dem Schirm und das reicht für meine Verhältnisse als kleiner bloggender Webmaster.

Write Your Review

Your email address will not be published. Required fields are marked *

CART

CMS-Produkte und Webseitenerstellung via Bolt CMS ab 150-500 EUR inkl. MwSt. Ausblenden

X