Die Diplomarbeit

Nach dem Inkrafttreten der so genannten Bologna-Reform im Jahr 2002 hieß es an vielen Universitäten: Master und Bachelor statt Diplom und Magister. Vor der doch eher ungeliebten Veränderung, gab es diverse Diplomstudien, die mit einer Diplomarbeit abschlossen. Nach Umstellung des Systems auf Master- und Bachelorabschlüssen sank der Anteil an derartigen Abschlussarbeiten deutlich. Dennoch gibt es auch heute noch Studiengänge, bei denen am Ende die Diplomarbeit steht.

Das versteht man unter einer Diplomarbeit

Die Diplomarbeit ist die Abschlussarbeit eines Diplomstudiums und einer Masterarbeit gleichgestellt. Die Absolventen einer Hochschule, einer Universität oder Akademie beenden in diversen Studiengängen wie zum Beispiel in Ingenieurs- Wirtschafts- oder Naturwissenschaften ausschließlich mit einer Diplomarbeit. Sie dient generell dem Nachweis über die Fähigkeit zum selbstständigen, wissenschaftlichen Arbeiten. Die eigentliche Leistung besteht jedoch nicht in der Erstellung der schriftlichen Arbeit oder in der deren poetischen Ausdruckskraft. Vielmehr bewerten Professoren den intellektuellen Aufwand, der beispielhaft die Literaturrecherche, Zitatregeln und Quellenangaben umfasst. Aber auch in wissenschaftlichen Bereichen wie die Entwicklung von Programmen, innovativen Untersuchungsmethoden oder präzisen Analysen von Untersuchungen können Studenten sich exzellent profilieren. Die Diplomarbeit kann in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden.

So findet man das geeignete Thema

Jeder Student benötigt zunächst einmal einen Betreuer oder Coach, mit dem bis zum Abschluss der Diplomarbeit zwischen fünf und 10 Besprechungen erforderlich sein werden. Er fungiert zugleich auch als Experte und unterstützt bei der Themenwahl. Bereiche, die einem überhaupt nicht liegen oder nur unwillig angegangen werden, sollten von vornherein aussortiert werden. Die Themenwahl ist elementar und sollte derart vorgenommen werden, dass es für den „Schreiber“ spannend und reizvoll ist. Von essenzieller Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die exakte Formulierung des Themas, dessen genauer Wortlaut idealerweise mit dem Betreuer abgesprochen wird. Dieses stärkt ebenso die Moral der Studenten wie der Ansporn durch Familie, Partner und Freunden und motiviert, überhaupt mit der Arbeit zu starten oder diese endlich zum Abschluss zu bringen. Zudem kann ein geschickt gewähltes Thema auch die Berufschancen deutlich erhöhen und somit einen positiven Einfluss auf die eigene Zukunft nehmen.

So wird eine Diplomarbeit aufgebaut

Sobald das Thema gefunden ist, geht es den logischen Aufbau der Diplomarbeit. Dieser zieht sich wie ein „roter Faden“ durch das gesamte Projekt und zeigt vermittelt dem Leser/Prüfer einen ersten Eindruck über den Inhalt. Die Gliederung verleiht der Abschlussarbeit die erforderliche Struktur und erleichtert gleichermaßen das Schreiben und Lesen. Im Laufe der Zeit ist es sehr wahrscheinlich, anders als bei der Themenwahl und Zielsetzung, dass sich relevante Punkte, Formulierungen und Überschriften ändern. Daher sollten Studenten den Aufbau zunächst auch als eine Art Entwurf betrachten, der erst während der Realisierung der Diplomarbeit seine endgültige Fassung erhält. Die Gliederung sollte letztlich folgende, teils vorgeschriebene Bestandteile enthalten:

  • Das Deckblatt mit ansprechendem Layout
  • Das Inhaltsverzeichnis
  • Das Abkürzungsverzeichnis
  • Die eigentliche Arbeit mit Einleitung, Hauptteil und Zusammenfassung
  • Literatur- und Quellenverzeichnis
  • Verzeichnis von Abbildungen und Tabellen
  • Anhang
  • Eidesstattliche Erklärung

Mit dem letzten Punkt versichern die Studenten, dass sie die Diplomarbeit selbst zu Papier gebracht und nicht „abgeschrieben“ zu haben. Andernfalls könnten Betrugsvorwürfe geprüft und diese möglicherweise strafrechtlich verfolgt werden.

So viele Seiten hat eine Diplomarbeit

Für die Bearbeitungszeit der Abschlussarbeit wird in der Regel ein Zeitraum von 4 bis 6 Monaten veranschlagt. Der Abgabetermin wird zuvor bekanntgegeben und ist unbedingt einzuhalten. Die Anzahl der einzureichenden Seiten ist auch abhängig vom Themengebiet. Rein formell ist meist ein Umfang zwischen 50 und 120 Seiten vorgegeben – inklusive Tabellen, Grafiken und allen Verzeichnissen. Entscheidend ist es, das Thema prägnant zu präsentieren und nicht in unnütze Schwafeleien überzugehen. Ist die Abschlussarbeit fertiggestellt, geht es nach vielen Monaten harter Kopfarbeit daran, dem Projekt einen würdigen Rahmen und eine ansprechende Optik zu verleihen. Es gilt einen geeigneten Dienstleister zu finden, der die Diplomarbeit binden wird. Für den Einband nutzen viele Studenten eine Hardcover-Bindung, die der Arbeit nicht nur einen edlen Charakter verleiht, sondern auch durch Langlebigkeit überzeugt. Daneben stehen auch Spiral- oder Softcover-Bindungen zur Verfügung.

Der Unterschied zwischen Diplomarbeit und Bachelorarbeit

Die Anforderungen an eine Diplomarbeit sind in nahezu allen Bundesländern deutlich höher als bei einer Bachelorarbeit. Während das vorrangige Ziel des Diploms die selbstständige Weiterentwicklung eines wissenschaftlichen Themas ist, ist dieses beim Bachelor meist nicht gefordert. Hinsichtlich der Regelstudienzeit besteht ebenfalls ein Unterschied. Für einen Bachelorstudiengang an deutschen Universitäten werden in der Regel – je nach Art – sechs bis acht Semester vorgesehen. Bei einer Diplomarbeit, abhängig vom Studienziel, sind meist acht bis zehn Semester einzuplanen. Darüber hinaus ist bei der Diplomarbeit ein Umfang von 50 bis maximal 120 Seiten gefordert, für eine Bachelorarbeit etwa 30 bis 40 Seiten.

Fazit

Auch, wenn die Anzahl an Diplomstudiengängen, und damit auch die der Diplomarbeiten, rückläufig ist, so beenden Studenten an Universitäten und Hochschulen ihr Studium in diversen wissenschaftlichen Bereichen mit einer Diplomarbeit. Diese ist Masterarbeit gleichgestellt. Ziel ist es einen Nachweis über selbstständiges Arbeiten zu erbringen und dabei analytisch vorzugehen. Die Themenwahl sowie ein strukturierter Aufbau mit allen erforderlichen Angaben zu Quellen und Literatur sind essenzielle Bestandteile der Diplomarbeit.

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