Gastbeitrag: Bildbearbeitung Ja oder Nein

Joerg EsserMein Name ist Jörg Esser. Ich betreibe seit etwa einem Jahr den Blog “Einpraegsam.de”,
einen Blog über Themen wie Fotografie und Bildbearbeitung.
Beruflich bin ich selbständig als Systemberater in der
EDV-Branche unterwegs und gebe regelmäßig Workshops
zum Thema Fotografie und Bildbearbeitung.

CONTRA: Bildbearbeitung Nein

Ich beginne mal mit dem Contra. Oft kommt diese Aussage leider von Fotografen, Fotografen, die sich bisher mit Bildbearbeitung noch nicht wirklich richtig beschäftigt und auseinandergesetzt haben. Natürlich stimmt die Aussage: “Ich fotografiere ein Bild gleich so, dass die Belichtung, die Farben, Licht und Schatten richtig platziert sind”. Natürlich sollte man seine Fotos so optimal fotografieren, wie es nur geht. Natürlich sollte man sich mit seiner Kamera auskennen und die Einstellungsmöglichkeiten ausnutzen, die einem die Kamera bietet. Dabei ist es auch völlig egal, was man für eine Kamera hat, das Bild entsteht in Dir, die Kamera ist nur ein Werkzeug, Deine Idee auf Chip zu bannen. Ich habe Fotografen gesehen, die haben mit einer Handy-Kamera viel bessere Fotos gemacht als andere mit der teuersten Ausrüstung.

Ich liebe alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Aufnahmen aus der Zeit vor jeglicher Computer-Nachbearbeitung. Es ist einfach immer wieder beeindruckend, was manche Fotografen vor langer Zeit zu Papier gebracht haben.

PRO: Bildbearbeitung Ja

Zeigt man den Fotografen, die für die obige Aussage stehen, irgendwann einmal in einer ruhigen Stunde, was aus ihren guten Fotos mit der Bildbearbeitung rauszuholen ist, dann wechseln sie oft schnell die Seite von CONTRA zu PRO.

Natürlich ist es zeitaufwendig, sich in die professionelle Bildbearbeitung einzuarbeiten, klar muss man neu lernen, allerdings spart man dann auch irgendwann wieder Zeit ein. Nämlich genau dann, wenn man bemerkt, dass man einen bestimmten Bildaufbau viel schneller und einfacher am PC erstellen kann, das man sich damit kostspieligere oder viel zeitaufwendigere Studioaufbauten einspart.

Die Fotografen, die vor vielen Jahren mit ihren Schwarz-Weiß-Aufnahmen tolle Meisterwerke geschaffen haben, taten das in der Regel auch mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln wie Farbfiltern, Verlaufsfiltern, bestimmte Entwicklungsmethoden, Nachbelichten und Abwedeln in der Dunkelkammer. Heute hat sich da nicht viel geändert, nur der Weg ist anders, weniger aufwendig.

Der PC und das Bildbearbeitungsprogramm ersetzen heutzutage einfach nur die Bearbeitung in der Dunkelkammer, es ist ein anderer Weg mit dem gleichen Ziel.

Wir dürfen nicht den Fehler machen und ein bearbeitetes Bild nicht mehr als Foto zu sehen. Die Bildbearbeitung ist ein Teil der Fotografie geworden, ein Teil, um das im Kopf befindliche Bild umsetzen zu können, ein Teil, der sich direkt an das Auslösen der Kamera anschließt und der erst am Ende das fertige Bild hervor bringt.

Welche Bildbearbeitung empfehle ich?

Natürlich gibt es unzählige Programme zur Bildbearbeitung, manche besser, manche schlechter. Es gibt ein paar wenige Programme, die sich vor allem auch in Profi-Kreisen durchgesetzt haben. Dabei sind die Programme von Adobe zu nennen, der Begriff Photoshop ist sicher fast jedem schon einmal über den Weg gelaufen. Adobe Lightroom ist ein in Fotografenkreisen weit verbreitetes tolles Programm. Eines haben diese Profi-Programme gemeinsam, sie kosten eine Menge Geld. (Wobei ich damit nicht sagen möchte, das sie dieses Geld nicht wert sind, sie sind es wert.)

Dann gibt es da noch ein paar sehr gute kostenlose Programme, die ich sehr gern empfehle. Auch in einigen Workshops nutze ich diese Programme.

Zuerst möchte ich dabei das Freewareprogramm GIMP erwähnen. GIMP ist für alle diejenigen, die sich schon mit Bildbearbeitung beschäftigt haben und die mehr wollen als nur die Helligkeit der Fotos zu verändern oder rote Augen zu entfernen. GIMP bietet mehr manuelle Möglichkeiten und eröffnet einem damit ganz andere Möglichkeiten, sein Bild zu gestalten. Es lehnt sich dabei in vielen Bereichen stark an Photoshop an. Auf meinem Blog habe ich zur Handhabung von GIMP einige Tutorials veröffentlicht, wer sich die Handhabung einmal anschauen möchte, sollte dort einmal vorbei schauen. Gimp kann man hier downloaden: link

Dann  wäre da noch Google Picasa zu nennen. Picasa ist ein von Google kostenlos zum Download angebotenes Bildbearbeitungprogramm, das sich vor allem an Einsteiger in die Welt der Bildbearbeitung wendet. Picasa ist dabei aber nicht weniger gut als andere Programme, es bietet eigentlich sehr viele Möglichkeiten der Bildbearbeitung und Bildretouche. Ich habe dazu ein kleines Video-Tutorial vorbereitet, in dem ich die Möglichkeiten und die Handhabung kurz erläutere. Den Download von Picasa findet man hier: link

Da ich leider das Video-Tutorial hier nicht direkt einbinden kann hier nun der Link zum Video-Tutorial.

Als Abschluss möchte ich mich noch bei Alex für die Möglichkeit bedanken, hier diesen Gastbeitrag veröffentlichen zu können. Dank auch an die Leser, vielleicht schaut ja der ein oder andere auch mal bei www.einpraegsam.de vorbei.

Hinterlasse einen Kommentar, wenn du magst!

22 Comments
  1. Hi Jörg,
    vielen Dank für deinen lesenswerten und ausführlichen Beitrag. Gastbeiträge sind in meinem Blog immer wieder willkommen.

    Weisst du, die Einbindung von Videos in meiner WP-Software tut sich manchmal schwer, so dass man auch da wieder etwas ausprobieren muss;-)

  2. @Tuxxx-Design,
    da gebe ich dir recht und mir hat es auch gefallen, vor allem ein nützliches Thema für die Webwelt;-)

  3. Ich hatte eine Vorlesungsreihe über Bildbearbeitung und bin als Fotograf trotzdem contra Bildbearbeitung. Dabei geht es mir viel mehr um den Stolz, den ich mit einem guten Foto verbinde. Was bringt es mir, tolle Fotos auf dem PC zu haben, wenn ich weiß, dass diese mehr Schein als Sein darstellen? Ich finde es gerade interessant, Fotos zu betrachten und zu wissen, dass da nicht einfach mit einem Bildbearbeitungsprogramm “drübergewischt” gewischt wurde – solche gestellten Fotos sehe ich bereits in Hochglanzmagazinen oft genug.

    Im beruflichen Umfeld mag Bildbearbeitung durchaus eine Lösung sein, da man sich dort mitunter massig Zeit und Aufwand sparen kann. Sobald es jedoch um die Fotografie als Kunstform geht, sollte man dem eigenen Können den Vortritt lassen.

  4. @Mea Culpa
    Aber das ist nicht weit genug gedacht. Was ist es denn anderes als Bildmanipulation, wenn ich mit STreiflicht für ein schmaler wirkendes Gesicht sorge, oder mit Softboxen für weichere Schatten, was ist es denn anderes als Bildmanipulation, wenn ich mit verschiedenen FIltern bestimmte Effekte hervorrufe?
    Ich sehe die Bildbearbeitung als Teil der Fotografie, nicht mehr und nicht weniger.
    Gekonnt bearbeitete Fotos sind nicht weniger interessante, man braucht auch dafür ziemlich viel Einarbeitung, Wissen und Können, genau wie für die Fotografie vorher.
    Du sprichst hier den Leuten, die professionelle Bildbearbeitung betreiben genau das ab, was Du für Dich in Anspruch nimmst, künstlerische Arbeit.

  5. @einpraegsam Der Unterschied ist, dass das eine auf Basis von physikalischen Gesetzen erreicht wurde und das andere durch das Nutzen von Binäroperationen entstanden ist.
    Wenn jemand zu dem Zeitpunkt, an dem ich das Foto mache, an genau der gleichen Stelle steht, sieht er genau das gleiche wie ich. Wenn dieselbe Person den Ursprung eines bearbeiteten Bildes sieht, kann die Realität durchaus vom Ergebnis abweichen.

    Dass die digitale Bildbearbeitung ebenfalls eine Kunstform ist, möchte ich garnicht abstreiten. Ich habe vor ein paar Tagen erst ein digital erstelltes Bild in den Druck geben lassen. Zum Kunsthandwerk der Fotografie gehört sie in meinen Augen jedoch nicht mehr. Deshalb auch bitte meinen Satz

    “Sobald es jedoch um die Fotografie als Kunstform geht, sollte man dem eigenen Können den Vortritt lassen.”

    nicht in ein

    “Du sprichst hier den Leuten, die professionelle Bildbearbeitung betreiben genau das ab, was Du für Dich in Anspruch nimmst, künstlerische Arbeit.”

    uminterpretieren.

  6. “Wenn jemand zu dem Zeitpunkt, an dem ich das Foto mache, an genau der gleichen Stelle steht, sieht er genau das gleiche wie ich. ”

    Wenn jemand auf ein Portrait genau die gleichen Arbeitsschritte anwendet, dann sieht das Ergebnis auch gleich aus. Und ich würde nicht entscheiden wollen, ob physikalisch bedingte und herbeigerufene Unterschiede in der Regel weniger künstlich geschaffen sind als die binären.
    Und ich bleibe auch bei der Erkenntniss, dass eigenes Können in der Bildbearbeitung nicht weniger zu honorieren ist, wie das von dir angesprochene Können, das laut deiner Aussage wohl das einzige Können ist. Ich habe leider nur oft den Eindruck, dass die Leute, die die Fotografie als einzig wahres Können darstellen, diejenigen sind, die sich bei der Bildbearbeitung bisher noch kein so erfolgreiches Können erarbeitet haben.
    Ich nehme begeistert jedes Können auf, ich versuche sowohl beim fotografieren immer wieder neue Möglichkeiten zu lernen, als auch in der Bildbearbeitung. Ich würde die reine Fotografie nie minder schätzen, du tust das leider im umgekehrten Sinn schon, das ist meines Erachtens etwas einseitig gesehen, sorry.

  7. Und ich bleibe auch bei der Erkenntniss, dass eigenes Können in der Bildbearbeitung nicht weniger zu honorieren ist, wie das von dir angesprochene Können, das laut deiner Aussage wohl das einzige Können ist.

    Könntest du mir diese Aussage bitte zeigen? Ich verstehe nämlich nicht, wo du dies gelesen haben willst. Aus diesem Grund muss ich schon wieder davon ausgehen, dass du meine Aussage einfach uminterpretiert hast.

    Da du es anscheinend (?) einfach überlesen (?) hast, hier nochmal eine andere Aussage von mir:

    Dass die digitale Bildbearbeitung ebenfalls eine Kunstform ist, möchte ich garnicht abstreiten. Ich habe vor ein paar Tagen erst ein digital erstelltes Bild in den Druck geben lassen. Zum Kunsthandwerk der Fotografie gehört sie in meinen Augen jedoch nicht mehr.

    Alle Aussagen danach bedürfen keinem Kommentar von mir, da sie sich anscheinend nicht auf mich beziehen.

  8. Ganz klar JA!
    Die Metropolitanphotographer sagen JA zur Bildbearbeitung. Die Bildbearbeitung ist ein Teil der Fotografie geworden und das ist der Lauf der Zeit und gehört zu unserem Leben wie der Computer das Internet. Schaut doch mal bei uns vorbei!
    http://pimpyou.de

    1. Du hast zwei Kommentare abgesetzt, aber es sieht alles ähnlich aus. Einen Kommentar habe ich gelöscht und zudem nutzt du hier Deeplinks. Das kannst du bei mir im Portfolio nicht bringen. Ist alles schon bekannt auf den deutschen Blogs. Danke dennoch für den Link zum Post.

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